Businessplan als Dienstleistung?! (3)
Die grundsätzliche Rollenverteilung wurde im letzten Artikel grob dargestellt. Auf meine Frage im XING Apps “Mitglieder fragen” kamen 7 Antworten, die ich kurz zusammenfassen werde:
- Die Frage lässt sich nicht einfach pauschal beantworten. Der Inhalt des Businessplans, die Idee ist von enormer Bedeutung.
- Die viele Variablen machen die Beantwortung der Fragestellung sehr schwer.
- Je nach Rechtsform bläht sich der Businessplan auf.
- Berechnung sollte nach dem angefallenen Aufwand berechnet werden.
- Schwierigkeit des akzeptablen Preis für Dienstleister und Kunden.
- Vorschlag: Nach Fördergelder bei den Ministerien fragen, dann könnte es ein interessantes Geschäftsmodell werden.
- Tägliche Reporting an den Kunden; Zwischenstände diskutieren; erste Berechnungsgrundlage bei einem mittelständischen Unternehmen (ca. 20 Mitarbeiter und 0,5 Mio Umsatz) 500 €/Tag
- Akribische Zielsetzung der Beratung bzw. Dokumentation mit dem Kunden abstimmen, denn die Tücke liegt manchmal im Detail
Die Erstellung eines Businessplan ist nur eine Form einer Beratung. Das Dokument selbst ist nur ein Teil – ein kleiner – es ist zwar die Grundlage für die Beschaffung von Fremdkapital, aber im Sinne einer Dienstleistung … Es müsste als Beratung mit Fokus Entwicklung eines Businessplans ausgeschrieben werden.
Die Frage ist, in wie weit arbeiten Auftragnehmer und Kunde zusammen; sind sie losgelöst oder nutzt der Kunde genau die Erfahrungen vom Berater, um die kritischen Kapitel zu füllen; transformiert der Berater die Ideen und Visionen des Kunden in wirtschaftliche Entscheidungsgrundlagen?!
Das Geschäftsmodell kann nur funktionieren, wenn die Rollen der Walt-Disney-Strategie birektional sich abstimmen. Erkenntnisse vom Rationalist, Kritiker beeinflussen den Visionär, dieser kann kleine Anpassungen machen, die das Ergebnis entscheidend positiv verändern können. Damit schweifen wir ab und gelangen zu einer viel wichtigeren Frage: Wie muss das Zusammenspiel der drei Rollen funktionieren, sodass die Vision auch begründet umgesetzt wird?
Ich schließe die Reihe “Businessplan als Dienstleistung” mit dem Ergebnis, dass sich es als Dienstleistung nicht scharf abgrenzen lässt.

19. March 2010 at 10:54 pm
businesspläne zu schreiben
(mit und ohne beratungstätigkeiten )
ist eine dienstleistung, weil es den bedarf einer nat. oder jur. person befriedigt (s. lexika aller couleur)
zitat aus deinem artikel:
“Die Erstellung eines Businessplan ist nur eine Form einer Beratung.”
Nein, man könnte höchstens formulieren “die Erstellung eines Businessplans kann eine Form einer Beratung sein”. Business Pläne müssen per Definition aber keinen Beratungscharakter erfüllen. Damit wären viele Business Plan Autoren auch überfordert.
(Bsp. Informationsasymmetrie im Hightech-Unternehmen – Sollte der externe Business Plan Schreiber im Punkt Marketing beratende Funktion haben, wenn er seit 2 Jahren Business Pläne schreibt, der branchenerfahrene Marketing-Chef des Kunden aber über 15 Jahre Marktkenntnis mitbringt?)
“Das Dokument selbst ist nur ein Teil – ein kleiner – es ist zwar die Grundlage für die Beschaffung von Fremdkapital, aber im Sinne einer Dienstleistung … Es müsste als Beratung mit Fokus Entwicklung eines Businessplans ausgeschrieben werden.”
Ja, auch Business Pläne schreiben ist eine Dienstleistung. Wenn man vorher , währenddessen, danach noch Beratungstätigkeit ausführt, bleibt das Gesamt auch eine Dienstleistung.
Was du vielleicht meinst, ist ob sich die Business Plan Erstellung von Beratung scharf abgrenzen lässt ??????
20. March 2010 at 2:11 pm
Vielen Dank für dein sehr gutes(!) Kommentar. Da ist eine interessante Diskussion aufgekommen …
Ja, in der Tat ein schwieriges Thema! Worauf ich ursprünglich abzielte: Geschäftsmodell mit Fokus auf die Erstellung von Businessplänen für Existenzgründer und für diejenigen, die ihre Ideen umsetzen wollen. Die Zielgruppe hat wenig Kenntnisse einen Businessplan erfolgreich aufzusetzen. Der Berater entwickelt mit dem Kunden zusammen den Businessplan.
Und da sind wir bei der Frage: Ab wann ist es eine Dienstleistung, ab wann nur eine Beratung und ab wann beides?!
Daher auch das Anschneiden der Thematik “Wie arbeite ich mit dem Kunden zusammen?”.
Wenn die Vereinbarung ist: Ziel ist die Erstellung eines Businessplans vom Berater, gehe ich mit, es ist klar eine Dienstleistung. Der Kunde braucht aber nur Unterstützung und bleibt selbst der Autor, geht es in Richtung Beratung.